Chorakademie 2020

Hauptgebäude von Schloss Kapfenburg mit Verwaltung, Speisesälen und Probenräumen

 

30. Internationale Chorakademie

vom 16. bis 23. August im Coronajahr 2020

auf Schloß Kapfenburg/Lauchheim

 

Sehr lange war ungewiss, ob die 30. Chorakademie unter den Begleiterscheinungen der Coronaepidemie wird stattfinden können. Sinkende Infektionszahlen und Lockerungen bei den politischen Vorgaben für Musikprojekte führten letztlich dazu, dass die Chorakademie in halber Besetzung mit 38 Sängerinnen und Sängern stattfinden konnte. Als diese Möglichkeit mehr und mehr zur Sicherheit wurde, war die Freude bei allen Beteiligten groß.

Das Anliegen, alles dafür zu tun, dass Infektionen so gut wie irgend möglich vermieden werden konnten, sorgte natürlich für besondere Maßnahmen und Vorbereitungen.

So reiste ein kleines ORGA-Team, bestehend aus Birgit, Alex und Bodo bereits einen Tag früher an, um diese Vorbereitungen zu treffen. Bodo hatte Max den Grundriss des Proben-/Konzertsaales mit den Daten sowie die grobe geplante Aufstellung für die 38 Sänger*innen geschickt und ihn gebeten, die Koordinaten für eine optimierte Aufstellung zu berechnen. Auf der Grundlage dieser Daten haben Alex und Bodo dann am Samstag mithilfe eines Lasermessgerätes in ca. vier Stunden den Probensaal vermessen, für jeden Sänger einen roten Punkt auf den Boden geklebt sowie einen Stuhl und ein Notenpult mit Namensschild für jeden Sänger aufgestellt, um das Auffinden der Plätze zu erleichtern.

Choraufstellung vom Chor 2 aus

Natürlich gab es auch ein spezielles Hygienekonzept, dazu zählten u.a. feste Sitzplätze, geregelte Auf- und Abgänge im Probenraum, Maskenpflicht im Haupthaus bei der Essensausgabe und im Haus mit unseren Wohneinheiten sowie auf dem Weg zum Probenraum.

Die relativ weiten Abstände zwischen Sängern, im Umkreis zwischen 2,5-3m, waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Jedoch stellte sich der Chor sehr schnell auf diese neuartige Situation ein, zumal die gemischte Sitzordnung dazu beitrug, dass auch Stimmen der jeweils anderen Register zu hören waren.

 

Blick vom Chor 1 aus sowie ein Ausschnitt aus Chor 2

Doch die weiträumige Sitzordnung hatte durchaus weitere positive Aspekte: Zum einen war der Chorklang hervorragend transparent, so dass wirklich jedes Detail jeder einzelnen Stimme von vorne exzellent hörbar war, ohne dass die Mischung und Homogenität des Chorklanges darunter gelitten haben. Zum anderen war die Probenatmosphäre sehr konzentriert, da Gespräche mit den Nachbarn über die relativ große Distanz – fast – gänzlich unterblieben. Der Dirigent war über beide Folgen der Aufstellung sehr erfreut.

Bodo bei konzentrierter Arbeit

Die Aufstellung des Chores war doppelchörig. Im Zentrum zwischen den beiden Chören war unser Solistenoktett platziert, dessen Mitglieder sich bestens mischten und ihre Solostellen kontrastierend zum großen Chorklang kammermusikalisch abschattierten. Diese Kleinchorgruppe war ein echter HINHÖRER. Allen acht Sängern*innen sei noch einmal sehr herzlich dafür gedankt.

Von Christoph moderierte Danksagung an unser Solistenoktett am “BUNTEN ABEND”

Auch in diesem Jahr hat Silvia sich mit dem Solo in Mendelssohns Hymne „Hör mein Bitten, Herr neige dich zu mir“ in unsere und die Herzen der Zuhörer gesungen.

Silvia und ihre beiden Töchter im Chor 1

Mit Iván Kárpáti hatten wir nicht nur einen versierten Korrepetitor, der dem Chor bei drei Titeln und wann immer seine Hilfe erforderlich war, als Begleiter zur Seite stand, sondern auch einen Solisten, der unser Programm mit zwei Beiträgen von Beethoven und Mendelssohn wieder wunderbar bereicherte.

Iván erhält anstelle eines Blumenstraußes nach dem Konzert eine neue Maske

Am Samstag haben wir dann in einem Werkstattkonzert für eine Hand voll Freunde und die Begleitpersonen aus unserem Kreis das Programm – quasi privatim – einer kundigen Zuhörerschaft und für uns selbst gesungen.

Der Chor hat für das Werkstattkonzert Platz genommen.

Ein echtes highlight war wieder einmal der “BUNTE ABEND”. Er wurde souverän von Dorothea Becker moderiert. Um alle Beiträge Revue passieren zu lassen, fehlt hier der Raum. Stellvertretend sollen zwei Schlaglichter auf ein Quartett, von dem wir uns im kommenden Jahr mehr Beiträge erhoffen, sowie auf die abendliche von Silvia angeleitete Tanzrunde im Schlosshof geworfen werden, die wir auch im kommenden Jahr wieder aufleben lassen sollten.

     

 

Wir alle waren nach der sehr harmonisch verlaufenen Woche glücklich darüber, dass endlich wieder Musik erklingen konnte. Dazu hat jede/r Einzelne sowohl musikalisch als auch durch sein rücksichtsvolles und umsichtiges Verhalten während der Woche seinen/ihren Beitrag geleistet.

Glückliche Gesichter des Chores nach dem Werkstattkonzert

Bodo fiel ein Stein vom Herzen, als ca. 2 Wochen nach Beendigung der Chorakademie von allen Teilnehmern*innen die Nachrichten eintrafen, dass sie gesund geblieben sind. So wird diese besondere Musikwoche uns in besonderer Weise in Erinnerung bleiben.