Chorische Stimmbildung

                                                                                                                               

Ein qualitätsbestimmendes Merkmal der Chorakademie ist eine die gesamte Probenarbeit begleitende chorische Stimmbildung. Um einen homogenen Chorklang, gute Intonation und einheitliche Artikulation zu erzielen, ist eine kompetente, konzeptionelle und kontinuierliche stimmbildnerische Arbeit unabdingbar, denn allein 80% aller Intonationsprobleme sind auf fehlerhaften und/oder uneinheitlichen Vokalsitz im Ensemble zurückzuführen.

 

 

Mit Stimmbildung meinen wir nicht ein bloßes „Einsingen“ aus mehr oder weniger zufällig zusammengestellten Übungen und Vokalisen, mit denen das Organ nur „angewärmt“ werden soll, sondern wir verstehen darunter eine ganzheitliche, alle Bereiche des Singens und der Stimme umfassende Ausbildung des Chores, die – das ist die aus diesem Ansatz resultierende Konsequenz – den ganzen Menschen vom Scheitel bis zur Sohle einbezieht. Die stimmbildnerische Arbeit an Atmung, Haltung und Stimme hat ein physiologisches – d.h. die natürlichen Körperfunktionen nutzendes – Singen zum Ziel.

Arbeitsfelder der chorischen Stimmbildung:

1. Körperliche Lockerung und Haltung

1.1 Atmung „anheizen“

1.2 Skelettmuskulatur aktivieren,

1.3 Strecken und dehnen

1.4 Arbeit an der Körperhaltung, Abbau von Fehlhaltungen und Verspannungen

 

2. Atmung

2.1 Tiefenatmung

2.2 Atemreflex

2.3 Atemdosierung (inhalare la voce zur Erzielung eines klaren, obertonreichen und tragfähigen Tones)

 

 

3. Summübungen und Sprechübungen mit Intention

3.1 Glissandoübungen/Summen (Pflege der Randstimmenfunktion)
3.2 Sprech- und Rufübungen (intentionale Einstimmung)

 

4. Stimmumfang und Stimmsitz

4.1 Einsatz und Tonansatz

4.2 Kopfresonanz (Randstimmenfunktion)

4.3 Körperresonanz (Basierung der Stimme)

4.4 Lagenausgleich

4.5 Vokalsitz

4.6 Vokalausgleich

4.7 Erweiterung des Stimmumfanges in der Höhe und Tiefe

4.8 Körpergeführtes Forte und Piano (crescendo/decrescendo); intendiert ist eine Zunahme an Klang und nicht an Lautstärke

 

 

5. Laufübungen und Koloraturen

5.1    Lockerung des gesamten Stimmumfange

5.2    Lockere (leise) Geläufigkeit

5.3    Gestalterische Arbeit am komponierten Gegenstand